Herbstgemüse säen: Warum sich die späte Aussaat lohnt
Im Spätsommer entstehen im Gemüsebeet häufig die ersten freien Flächen. Statt diese bis zum nächsten Frühjahr ungenutzt zu lassen, können sie für eine zweite Kultur verwendet werden.
Besonders schnell wachsende Gemüsearten eignen sich dafür. Radieschen, Feldsalat, Spinat oder verschiedene Asia-Salate benötigen vergleichsweise wenig Zeit bis zur Ernte.
Die Herbstaussaat hat außerdem einen weiteren Vorteil: Mit sinkenden Temperaturen nimmt bei vielen Kulturen der Wasserbedarf ab. Gleichzeitig sollte jedoch die kürzer werdende Tageslänge berücksichtigt werden. Je später im Jahr ausgesät wird, desto langsamer entwickeln sich viele Pflanzen.
Deshalb gilt: Im August ist die Auswahl noch groß, im September wird sie kleiner und im Oktober konzentriert man sich auf besonders kältetolerante Kulturen.
Was kann man im August säen?
Der August ist einer der wichtigsten Monate für die Aussaat von Herbstgemüse. Die Tage sind noch lang und der Boden ist warm, sodass viele Samen schnell keimen können.
Jetzt eignen sich unter anderem:
- Feldsalat
- Spinat
- Radieschen
- Rucola
- Pflück- und Schnittsalate
- Asia-Salate
- Winterrettich
- Winterpostelein
Bei großer Hitze ist allerdings etwas Aufmerksamkeit erforderlich. Frisch ausgesäte Beete dürfen während der Keimphase nicht austrocknen. Eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit ist daher besonders wichtig.
Außerdem bevorzugen manche Kulturen zur Keimung eher gemäßigte Temperaturen. Bei hochsommerlicher Hitze kann es deshalb sinnvoll sein, mit der Aussaat noch etwas zu warten oder für leichte Beschattung zu sorgen.
Was kann man im September säen?
Auch im September lässt sich noch einiges aussäen. Jetzt werden jedoch schnell wachsende und kältetolerante Gemüsearten besonders interessant.
Zu den klassischen Kandidaten gehören Feldsalat und Spinat. Auch Radieschen, Rucola und verschiedene Asia-Salate können – abhängig von Sorte und Witterung – noch infrage kommen.
Je später die Aussaat erfolgt, desto wichtiger wird die Sortenwahl. Saatgutpackungen geben normalerweise genau an, in welchem Zeitraum eine Sorte ausgesät werden sollte.
Ein weiterer Vorteil der Septemberaussaat: Die Temperaturen sind häufig angenehmer und der Boden trocknet weniger schnell aus als während sommerlicher Hitzeperioden.
Was kann man im Oktober noch säen?
Im Oktober wird die Auswahl deutlich kleiner. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und das Pflanzenwachstum verlangsamt sich.
Jetzt kommen vor allem winterharte beziehungsweise kältetolerante Kulturen infrage. Dazu zählen – abhängig von Sorte und Standort – beispielsweise:
Feldsalat: Einige Sorten eignen sich für eine späte Aussaat und können bei passenden Bedingungen über die kalte Jahreszeit kultiviert werden.
Winterpostelein: Das auch als Winterportulak bekannte Blattgemüse kommt mit niedrigen Temperaturen gut zurecht und ist deshalb für die kalte Jahreszeit interessant.
Spinat: Geeignete Wintersorten können für eine Überwinterungskultur ausgesät werden. Die Ernte erfolgt dann gegebenenfalls erst im folgenden Frühjahr.
Im Oktober geht es also nicht mehr ausschließlich um eine schnelle Herbsternte. Einige Aussaaten dienen bereits dazu, Gemüse für den Winter oder das kommende Frühjahr vorzubereiten.
Feldsalat: Der Klassiker für die Herbstaussaat
Wer an Gemüse für den Herbst und Winter denkt, kommt am Feldsalat kaum vorbei.
Er ist vergleichsweise kältetolerant und kann je nach Sorte über einen längeren Zeitraum ausgesät werden. Für eine erfolgreiche Kultur sollte das Saatbett möglichst fein vorbereitet werden.
Feldsalat keimt nicht besonders tief im Boden. Beachten Sie deshalb die Angaben zur Saattiefe auf der Saatgutpackung und halten Sie den Boden während der Keimphase gleichmäßig feucht.
Bei später Aussaat entwickelt sich der Feldsalat aufgrund der sinkenden Temperaturen und kürzeren Tage langsamer. Deshalb lohnt es sich, nicht zu lange zu warten.
Spinat im Herbst säen
Auch Spinat eignet sich hervorragend für den herbstlichen Gemüsegarten. Im Vergleich zum Hochsommer bieten die kühleren Temperaturen gute Voraussetzungen für viele Spinatsorten.
Für die Herbstaussaat sollten Sorten gewählt werden, die ausdrücklich für den jeweiligen Aussaatzeitraum vorgesehen sind. Je nach Zeitpunkt kann der Spinat noch im Herbst geerntet werden oder als Überwinterungskultur bis zum Frühjahr im Beet bleiben.
Ein lockerer, gut vorbereiteter Boden und eine gleichmäßige Wasserversorgung unterstützen die Entwicklung.
Radieschen: Schnelle Ernte im Spätsommer und Frühherbst
Wer nicht lange auf die Ernte warten möchte, sollte Radieschen im Herbst säen.
Viele Sorten entwickeln sich innerhalb weniger Wochen. Dadurch eignen sich Radieschen hervorragend, um Lücken im Gemüsebeet kurzfristig zu nutzen.
Besonders im August und frühen September bestehen gute Chancen auf eine Ernte vor den ersten stärkeren Frösten. Je später die Aussaat erfolgt, desto stärker können niedrige Temperaturen und wenig Tageslicht die Entwicklung verzögern.
Asia-Salate und Rucola für die schnelle Herbsternte
Asia-Salate sind eine interessante Ergänzung für das Herbstbeet. Viele Varianten wachsen schnell und vertragen kühlere Temperaturen besser als klassische Sommerkulturen.
Auch Rucola kann im Spätsommer und Frühherbst ausgesät werden. Die würzigen Blätter lassen sich bereits jung ernten und eignen sich hervorragend für Salate, Bowls oder als Topping.
Wer regelmäßig kleinere Mengen aussät, statt das gesamte Saatgut auf einmal auszubringen, kann den Erntezeitraum verlängern.
6 Tipps für eine erfolgreiche Herbstaussaat
1. Saatgut passend zur Jahreszeit auswählen
Nicht jede Sorte einer Gemüseart eignet sich automatisch für die Herbstaussaat. Achten Sie deshalb auf den angegebenen Aussaatzeitraum des Herstellers.
2. Frei gewordene Beete vorbereiten
Entfernen Sie Pflanzenreste und Unkraut und lockern Sie die obere Bodenschicht vorsichtig auf. Ein feinkrümeliges Saatbett erleichtert insbesondere kleinen Samen die Keimung.
3. Boden gleichmäßig feucht halten
Gerade im August kann der Boden noch schnell austrocknen. Frisch ausgesäte Samen benötigen während der Keimphase ausreichend Feuchtigkeit.
4. Nicht zu spät aussäen
Im Herbst zählt jede Woche. Sinkende Temperaturen und kürzere Tage verlangsamen das Wachstum deutlich. Wer eine Ernte noch im selben Jahr plant, sollte daher rechtzeitig aussäen.
5. Jungpflanzen vor Kälte schützen
Ein Gartenvlies oder ein geeigneter Folientunnel kann empfindlichere Kulturen bei niedrigen Temperaturen schützen und die Saison verlängern.
6. Freie Beete clever nutzen
Ist eine Sommerkultur abgeerntet, kann häufig direkt eine passende Folgekultur folgen. So bleibt wertvolle Beetfläche nicht unnötig leer.
Herbstgemüse im Hochbeet säen
Auch das Hochbeet eignet sich für Herbstgemüse. Die erhöhte Arbeitsfläche erleichtert Aussaat und Pflege und lässt sich bei Bedarf relativ unkompliziert mit einem passenden Schutzvlies oder einer Abdeckung kombinieren.
Nach der Ernte der Sommerkulturen sollte zunächst geprüft werden, wie viel Erde sich gesetzt hat und ob das Beet für die nächste Kultur vorbereitet werden muss.
Anschließend können beispielsweise Feldsalat, Spinat, Radieschen oder geeignete Asia-Salate ausgesät werden.
Fazit: Auch im Herbst bleibt das Gemüsebeet produktiv
Wer im August bereits ans Saisonende denkt, verschenkt wertvolle Anbauzeit. Mit dem richtigen Aussaatplan für Herbstgemüse lassen sich freie Beete noch einmal sinnvoll nutzen.
Im August ist die Auswahl besonders groß: Radieschen, Spinat, Feldsalat, Rucola und zahlreiche Blattgemüse können jetzt ausgesät werden. Im September konzentriert sich die Auswahl zunehmend auf schnell wachsende und robuste Kulturen. Im Oktober kommen schließlich vor allem kältetolerante Gemüsearten und Überwinterungskulturen infrage.
Entscheidend sind der richtige Aussaatzeitpunkt, eine zur Jahreszeit passende Sorte und eine gute Vorbereitung des Beetes. Dann kann die Gartensaison noch lange weitergehen – und frisches Gemüse aus dem eigenen Garten landet auch im Herbst und Winter auf dem Teller.