Warum leiden Kübelpflanzen besonders stark unter Hitze?
Kübelpflanzen sind während heißer Sommertage mehreren Belastungen gleichzeitig ausgesetzt. Die Sonne erwärmt nicht nur Blätter und Triebe, sondern auch das Pflanzgefäß und die darin enthaltene Erde.
Dunkle Töpfe können sich in direkter Sonne besonders stark aufheizen. Dadurch steigt die Temperatur im Wurzelbereich. Gleichzeitig verdunstet mehr Wasser über die Blätter und die Oberfläche des Substrats.
Die wichtigsten Gründe für Hitzestress sind:
- ein begrenzter Wurzelraum,
- geringe Wasservorräte im Topf,
- stark aufgeheizte Pflanzgefäße,
- hohe Verdunstung über Blätter und Erde,
- heiße Hauswände oder Steinböden,
- trockener Wind,
- fehlender Schatten,
- ungeeignete Topfgrößen.
Besonders gefährdet sind Pflanzen in kleinen Gefäßen. Je weniger Erde vorhanden ist, desto schneller trocknet der Wurzelballen aus.
Auch Kübel auf südlich ausgerichteten Balkonen und Terrassen benötigen während einer Hitzewelle besondere Aufmerksamkeit.
Woran erkennt man Hitzestress bei Kübelpflanzen?
Nicht jede welkende Pflanze benötigt automatisch mehr Wasser. Schlaffe Blätter können sowohl auf Trockenheit als auch auf Staunässe oder Wurzelschäden hinweisen.
Typische Anzeichen für Hitzestress sind:
- herabhängende oder eingerollte Blätter,
- trockene und braune Blattränder,
- gelbe Blätter,
- vorzeitiger Blattfall,
- abgeworfene Knospen und Blüten,
- sehr trockene, vom Topfrand gelöste Erde,
- verlangsamtes Wachstum,
- helle oder verbrannte Blattstellen.
Bei starkem Wassermangel fühlt sich das Pflanzgefäß oft ungewöhnlich leicht an. Die Erde kann hart und trocken sein oder sich bereits vom Rand des Topfes gelöst haben.
Sind die Blätter dagegen schlaff, obwohl die Erde dauerhaft nass ist, kann Staunässe die Ursache sein. In diesem Fall darfst Du nicht zusätzlich gießen.
Kübelpflanzen bei Hitze richtig gießen
Das richtige Gießen ist die wichtigste Maßnahme während einer Hitzewelle. Dabei kommt es nicht nur auf die Wassermenge, sondern auch auf den Zeitpunkt und die Gießtechnik an.
Morgens gründlich gießen
Der beste Zeitpunkt zum Gießen ist der frühe Morgen. Zu dieser Tageszeit sind Pflanzen, Erde und Pflanzgefäße noch relativ kühl. Das Wasser kann in den Wurzelballen eindringen, bevor die stärkste Verdunstung beginnt.
Gieße durchdringend, bis Wasser aus den Abzugslöchern austritt. Dadurch wird der gesamte Wurzelballen befeuchtet.
Eine kleine Menge Wasser, die lediglich die obere Erdschicht benetzt, reicht bei großer Hitze nicht aus. Die tiefer liegenden Wurzeln bleiben dabei trocken.
Bei Bedarf abends nachgießen
An sehr heißen Tagen können durstige Kübelpflanzen bereits am Abend wieder trocken sein. Prüfe die Erde mit dem Finger oder einem Holzstäbchen.
Ist der Wurzelballen deutlich ausgetrocknet, darf erneut gegossen werden. Vermeide jedoch, die Pflanzen vorsorglich ständig nass zu halten.
Langsam und in mehreren Durchgängen gießen
Sehr trockene Blumenerde kann Wasser schlecht aufnehmen. Die Flüssigkeit läuft dann seitlich zwischen Topfwand und Wurzelballen hindurch, ohne die Erde ausreichend zu befeuchten.
Gieße in diesem Fall langsam und in mehreren kleinen Portionen. Warte zwischen den Gießvorgängen einige Minuten, damit das Substrat das Wasser aufnehmen kann.
Wasser direkt auf die Erde geben
Gieße möglichst direkt in den Wurzelbereich. Große Wassermengen auf Blättern und Blüten sind weniger sinnvoll, da ein Teil des Wassers verdunstet, bevor es die Wurzeln erreicht.
Feuchte Blätter können außerdem anfälliger für Pilzerkrankungen sein, wenn sie über längere Zeit nicht abtrocknen.
Wie oft müssen Kübelpflanzen bei Hitze gegossen werden?
Eine allgemeingültige Gießregel gibt es nicht. Der Wasserbedarf hängt von mehreren Faktoren ab:
- Pflanzenart,
- Topfgröße,
- Material des Pflanzgefäßes,
- Standort,
- Sonneneinstrahlung,
- Wind,
- Größe und Blattmasse der Pflanze,
- verwendetes Substrat.
Große, blattreiche Pflanzen benötigen meist mehr Wasser als kompakte Pflanzen mit kleinen oder festen Blättern.
Auch Terrakottatöpfe trocknen häufig schneller aus als glasierte Keramik- oder Kunststoffgefäße, da Feuchtigkeit durch die porösen Wände verdunsten kann.
Kontrolliere Kübelpflanzen an heißen Tagen mindestens morgens und abends. Kleine Töpfe und besonders durstige Pflanzen müssen unter Umständen mehrmals täglich überprüft werden.
Entscheidend ist nicht ein fester Zeitplan, sondern der tatsächliche Zustand der Erde.
Ausgetrocknete Kübelpflanzen retten
Ist der Wurzelballen vollständig ausgetrocknet, reicht normales Gießen oft nicht aus. Das Wasser läuft sofort aus dem Topf, ohne das trockene Substrat zu durchfeuchten.
Gehe folgendermaßen vor:
- Stelle den Pflanzkübel in einen größeren Behälter.
- Fülle den Behälter so weit mit Wasser, dass ein großer Teil des Wurzelballens im Wasser steht.
- Lasse die Pflanze stehen, bis keine oder nur noch wenige Luftblasen aufsteigen.
- Nimm den Topf aus dem Wasser.
- Lasse überschüssige Flüssigkeit vollständig ablaufen.
- Stelle die Pflanze zunächst an einen hellen, aber geschützten Platz.
Sehr große Pflanzgefäße, die sich nicht eintauchen lassen, sollten langsam und mehrfach gegossen werden.
Entferne vertrocknete Blüten und vollständig abgestorbene Pflanzenteile. Schneide jedoch nicht sofort große Mengen gesunder Blätter ab. Die Pflanze benötigt ihre Blätter weiterhin für die Photosynthese.
Kübelpflanzen vor direkter Sonne schützen
Viele mediterrane Pflanzen vertragen intensive Sonne. Selbst sonnenliebende Arten können jedoch Schaden nehmen, wenn die Temperaturen über längere Zeit sehr hoch sind oder die Pflanzen nicht an die starke Sonne gewöhnt wurden.
Besonders empfindlich sind:
- frisch gekaufte Pflanzen,
- Pflanzen, die zuvor im Haus oder Gewächshaus standen,
- junge Pflanzen,
- frisch umgetopfte Kübelpflanzen,
- Pflanzen mit weichen oder großen Blättern,
- bereits geschwächte Exemplare.
Kübel vorübergehend umstellen
Stelle empfindliche Pflanzen während extremer Hitze an einen Platz mit Morgen- oder Abendsonne. Die intensive Mittagssonne sollte möglichst vermieden werden.
Geeignete Standorte befinden sich beispielsweise:
- unter einem Sonnenschirm,
- unter einer Markise,
- vor einer hellen Nord- oder Ostwand,
- unter einem luftigen Schattiernetz,
- im lichten Schatten größerer Pflanzen.
Der Standort sollte weiterhin hell sein. Ein plötzlicher Wechsel in einen dauerhaft dunklen Bereich ist für sonnenliebende Pflanzen nicht ideal.
Schattiernetze und Sonnenschutz verwenden
Große Pflanzensammlungen lassen sich mit einem Schattiernetz schützen. Auch helle Stoffbahnen oder ein Sonnensegel können die direkte Einstrahlung reduzieren.
Achte darauf, dass die Luft weiterhin zirkulieren kann. Eine luftdicht abgedeckte Fläche kann sich zusätzlich aufheizen.
Pflanzen langsam an Sonne gewöhnen
Kübelpflanzen aus dem Winterquartier dürfen im Frühjahr nicht sofort in die volle Sonne gestellt werden. Nach Monaten mit wenig Licht reagieren die Blätter besonders empfindlich.
Gewöhne die Pflanzen über mehrere Tage oder Wochen schrittweise an stärkere Sonneneinstrahlung. So lassen sich Sonnenbrand und Blattverfärbungen vermeiden.
Pflanzgefäße vor Überhitzung schützen
Nicht nur die Pflanze selbst, sondern auch der Topf benötigt Schutz. Besonders schwarze oder dunkelgraue Gefäße können sich stark erwärmen.
Helle Übertöpfe nutzen
Stelle dunkle Pflanzgefäße in größere, helle Übertöpfe. Der Abstand zwischen den Gefäßen wirkt zusätzlich isolierend.
Wichtig ist, dass überschüssiges Wasser weiterhin ablaufen kann.
Kübel gruppieren
Eng zusammengestellte Kübel beschatten sich teilweise gegenseitig. Gleichzeitig entsteht zwischen den Pflanzen ein etwas feuchteres Mikroklima.
Stelle große und widerstandsfähige Pflanzen an die sonnige Außenseite. Empfindlichere Arten können dahinter platziert werden.
Die Gefäße sollten dennoch genügend Abstand haben, damit Luft zirkulieren kann.
Direkten Kontakt mit heißen Böden vermeiden
Steinplatten und dunkle Balkonböden können sich stark aufheizen und zusätzliche Wärme an die Pflanzgefäße abgeben.
Topffüße, Holzleisten oder Pflanzenroller schaffen Abstand zum Boden. Gleichzeitig kann Wasser besser aus den Abzugslöchern ablaufen.
Töpfe isolieren
Sehr sonnenexponierte Kübel können vorübergehend mit Jute, Schilfmatten oder anderen hellen, luftdurchlässigen Materialien umwickelt werden.
Achte darauf, dass die Abzugslöcher frei bleiben und sich keine Nässe zwischen Topf und Isoliermaterial sammelt.
Verdunstung mit einer Mulchschicht reduzieren
Eine Mulchschicht schützt die Oberfläche der Pflanzerde vor direkter Sonneneinstrahlung. Dadurch verdunstet das Wasser langsamer und der Wurzelbereich bleibt länger kühl.
Geeignete Materialien sind beispielsweise:
- feiner Rindenmulch,
- Pinienrinde,
- Stroh,
- Hanffasern,
- Kokosfasern,
- mineralischer Mulch,
- eine dünne Schicht aus Blähton.
Die Mulchschicht sollte nicht direkt an empfindlichen Stämmen oder Trieben anliegen. Andernfalls kann sich dort dauerhaft Feuchtigkeit sammeln.
Bei mediterranen Pflanzen eignen sich häufig mineralische Materialien besser als stark feuchtigkeitsspeichernde organische Mulchstoffe.
Kübelpflanzen während der Hitzewelle düngen
Während extremer Hitze sollten geschwächte oder ausgetrocknete Pflanzen nicht stark gedüngt werden.
Dünger erhöht die Salzkonzentration im Substrat. Bei trockenem Wurzelballen kann dies die Wurzeln zusätzlich belasten.
Beachte folgende Grundregeln:
- Niemals auf vollständig trockene Erde düngen.
- Stark geschwächte Pflanzen zunächst nur mit Wasser versorgen.
- Flüssigdünger nur nach Herstellerangabe dosieren.
- Bei extremer Hitze die Düngermenge gegebenenfalls reduzieren.
- Erst nach sichtbarer Erholung wieder regulär düngen.
Gesunde, regelmäßig gegossene Kübelpflanzen können während des Sommers weiterhin entsprechend ihrem normalen Pflegeplan versorgt werden. Entscheidend ist, dass das Substrat vor dem Düngen ausreichend feucht ist.
Staunässe trotz Hitze vermeiden
Hohe Temperaturen bedeuten nicht, dass Pflanzen unbegrenzt Wasser benötigen. Bleibt überschüssiges Gießwasser dauerhaft im Topf, können die Wurzeln unter Sauerstoffmangel leiden und faulen.
Kontrolliere deshalb:
- ob das Gefäß ausreichend große Abzugslöcher besitzt,
- ob die Löcher frei sind,
- ob Wasser im Untersetzer steht,
- ob der Übertopf überschüssiges Wasser sammelt,
- ob das Substrat locker und durchlässig ist.
Leere Untersetzer nach dem Gießen aus, sofern die Pflanze das Wasser nicht innerhalb kurzer Zeit aufgenommen hat.
Eine Ausnahme bilden sehr durstige Arten, die vorübergehend Wasser aus einem Untersetzer aufnehmen können. Auch bei diesen Pflanzen sollte jedoch keine dauerhafte Staunässe entstehen.
Automatische Bewässerung für Urlaub und Hitzewellen
Wer viele Kübelpflanzen besitzt oder tagsüber nicht zu Hause ist, kann ein automatisches Bewässerungssystem verwenden.
Geeignete Möglichkeiten sind:
- Tropfbewässerung,
- Bewässerungskegel,
- Tonkegel mit Wasserreservoir,
- Pflanzgefäße mit Wasserspeicher,
- Bewässerungscomputer,
- Dochtbewässerung.
Teste das System einige Tage vor einer Reise oder einer angekündigten Hitzeperiode. So kannst Du prüfen, ob jede Pflanze ausreichend Wasser erhält.
Stelle die Bewässerung individuell ein. Ein mediterraner Lavendel benötigt deutlich weniger Wasser als eine große Hortensie oder Engelstrompete.
Welche Kübelpflanzen vertragen Hitze besonders gut?
Einige Pflanzen sind aufgrund ihrer Herkunft oder Blattstruktur besser an trockene, heiße Standorte angepasst.
Zu den hitzeverträglichen Kübelpflanzen zählen unter anderem:
- Lavendel,
- Rosmarin,
- Thymian,
- Salbei,
- Oleander,
- Olivenbaum,
- Feigenbaum,
- Drillingsblume,
- Wandelröschen,
- Zistrose,
- Agave,
- Yucca,
- verschiedene Sukkulenten.
Auch diese Pflanzen benötigen im Kübel regelmäßig Wasser. Trockenheitsverträglich bedeutet nicht, dass der Wurzelballen dauerhaft vollständig austrocknen darf.
Besonders Oleander benötigt während heißer Sommertage vergleichsweise viel Wasser, obwohl er als mediterrane Pflanze gilt.
Welche Kübelpflanzen benötigen besonders viel Wasser?
Pflanzen mit großen, weichen Blättern verdunsten meist mehr Wasser als Pflanzen mit kleinen, festen oder behaarten Blättern.
Zu den durstigen Kübelpflanzen gehören häufig:
- Hortensien,
- Engelstrompeten,
- Fuchsien,
- Bananenpflanzen,
- Hibiskus,
- Zitruspflanzen,
- Schmucklilien,
- große Tomatenpflanzen,
- viele einjährige Balkonblumen.
Diese Pflanzen solltest Du während einer Hitzewelle besonders häufig kontrollieren.
Fazit: Kübelpflanzen kommen mit der richtigen Pflege gut durch die Hitze
Kübelpflanzen sind während einer Hitzewelle besonders gefährdet, da ihre Wurzeln nur einen begrenzten Wasservorrat nutzen können. Die wichtigsten Maßnahmen sind gründliches Gießen am frühen Morgen, regelmäßige Feuchtigkeitskontrollen und ein Schutz vor extremer Mittagssonne.
Auch der Pflanzkübel spielt eine wichtige Rolle. Helle, ausreichend große Gefäße erwärmen sich langsamer und speichern mehr Feuchtigkeit. Eine Mulchschicht, Topffüße und das Gruppieren mehrerer Pflanzen können den Wurzelbereich zusätzlich schützen.
Vermeide sowohl vollständiges Austrocknen als auch dauerhafte Staunässe. Werden die Pflanzen rechtzeitig auf eine angekündigte Hitzeperiode vorbereitet, überstehen die meisten Kübelpflanzen auch mehrere sehr warme Tage ohne bleibende Schäden.