Laub entsorgen oder im Garten nutzen?
Herabgefallene Blätter enthalten organisches Material und Nährstoffe, die beim natürlichen Zersetzungsprozess wieder verfügbar werden. Im Wald lässt sich dieser Kreislauf jedes Jahr beobachten: Das Laub bleibt auf dem Boden liegen, wird nach und nach von Bodenorganismen zersetzt und trägt zur Humusbildung bei.
Dieses Prinzip kannst Du auch in Deinem eigenen Garten nutzen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Herbstlaub überall liegen bleiben sollte. Auf Wegen und Treppen kann nasses Laub rutschig werden. Auch auf dem Rasen solltest Du größere Laubmengen regelmäßig entfernen, da eine geschlossene Laubdecke Licht und Luft abschirmt.
Statt die gesammelten Blätter zu entsorgen, kannst Du sie anschließend an anderer Stelle in Deinem Garten weiterverwenden.
1. Laubkompost herstellen: Aus Herbstlaub wird wertvoller Humus
Eine der effektivsten Möglichkeiten zur Verwertung größerer Laubmengen ist Laubkompost.
Dabei werden die gesammelten Blätter separat oder zusammen mit anderen geeigneten Gartenmaterialien kompostiert. Mikroorganismen und Bodentiere zersetzen das organische Material nach und nach. Das Ergebnis ist ein humusreiches Material, das Du später zur Bodenverbesserung einsetzen kannst.
So legst Du Laubkompost an
Sammle zunächst trockenes oder leicht feuchtes Herbstlaub. Besonders große oder feste Blätter kannst Du vorher zerkleinern. Dafür lässt sich beispielsweise ein Rasenmäher nutzen.
Zerkleinertes Laub besitzt eine größere Oberfläche und kann dadurch häufig schneller verrotten.
Anschließend sammelst Du das Material locker in einem Komposter oder an einem geeigneten Platz in Deinem Garten. Wichtig ist, dass ausreichend Luft an das Material gelangt und die Masse nicht dauerhaft völlig austrocknet oder vernässt.
Da Laub vergleichsweise kohlenstoffreich ist, kann eine Mischung mit stickstoffreicherem Gartenmaterial den Rotteprozess unterstützen. Geeignet sind beispielsweise frischer Rasenschnitt oder andere geeignete grüne Gartenreste.
Wie lange braucht Laubkompost?
Die Verrottungsdauer hängt stark von der Blattart, Feuchtigkeit, Temperatur und Zusammensetzung des Materials ab. Weiches Laub kann vergleichsweise schnell zerfallen, während feste, gerbstoffreiche Blätter deutlich mehr Zeit benötigen können.
Geduld lohnt sich: Fertigen Laubkompost kannst Du später zur Verbesserung der Bodenstruktur und als Humusquelle verwenden.
2. Laub als Mulch verwenden
Eine weitere einfache Möglichkeit ist das Mulchen mit Laub. Dabei verteilst Du die Blätter direkt auf geeigneten Beeten.
Eine lockere Laubschicht schützt die Bodenoberfläche vor starken Witterungseinflüssen und bietet zahlreichen Bodenorganismen Nahrung und Lebensraum. Während das Laub langsam verrottet, wird organisches Material wieder in den natürlichen Gartenkreislauf eingebracht.
Besonders unter Sträuchern, Hecken und Gehölzen kann Herbstlaub als natürliche Mulchschicht sinnvoll sein.
Wie dick sollte die Laubschicht sein?
Hier gilt: Mehr ist nicht automatisch besser. Eine sehr dicke, nasse und zusammengeklebte Laubschicht kann die Luftzirkulation beeinträchtigen.
Verteile das Laub deshalb locker und kontrolliere die Schicht gelegentlich. Große Blätter kannst Du vor dem Mulchen zerkleinern.
An windigen Standorten kannst Du die Laubschicht beispielsweise mit etwas Reisig abdecken, damit die Blätter nicht sofort wieder in Deinem Garten verteilt werden.
3. Laub als natürlichen Winterschutz einsetzen
Laub als Winterschutz zu verwenden ist besonders praktisch, weil im Herbst genau dann große Mengen davon zur Verfügung stehen, wenn viele Pflanzen auf die kalte Jahreszeit vorbereitet werden.
Eine lockere Laubschicht kann den Boden rund um empfindlichere Pflanzen bedecken und den Wurzelbereich vor starken Temperaturschwankungen schützen.
Besonders geeignet ist Laub beispielsweise als Schutzschicht rund um Stauden und Gehölze sowie auf geeigneten Beeten.
Damit der Wind das Material nicht davonträgt, kannst Du das Laub mit Reisig fixieren.
Wichtig ist auch hier, dass Du das Laub nicht zu einer schweren, nassen und luftundurchlässigen Masse zusammenpresst.
4. Laubhaufen als Winterquartier für Gartentiere
Nicht jedes Blatt muss verarbeitet werden. In einer ruhigen Ecke Deines Gartens kann ein Laubhaufen wertvollen Unterschlupf für Tiere bieten.
Laub, Reisig und kleinere Äste bilden geschützte Strukturen, die von verschiedenen Kleintieren und Insekten genutzt werden können. Auch Igel können geeignete Laub- und Reisighaufen als Unterschlupf nutzen.
Idealerweise liegt ein solcher Haufen an einem ruhigen, geschützten Platz und bleibt über den Winter möglichst ungestört.
Wenn Du Deinen Garten naturnah gestalten möchtest, kannst Du deshalb bewusst eine Ecke einplanen, in der Herbstlaub nicht vollständig entfernt wird.
5. Laub auf dem Rasen zerkleinern
Eine dünne Menge Laub kannst Du unter bestimmten Bedingungen auch direkt auf Deinem Rasen zerkleinern.
Fahre mit dem Rasenmäher über eine geringe Menge trockener Blätter. Die kleinen Blattstücke können zwischen die Grashalme fallen und dort nach und nach zersetzt werden.
Entscheidend ist die Menge: Dein Rasen sollte anschließend nicht unter einer geschlossenen Blattschicht verschwinden. Liegt sehr viel Laub auf der Fläche, solltest Du es besser aufnehmen und beispielsweise kompostieren oder als Mulch verwenden.
Welches Laub eignet sich zum Kompostieren und Mulchen?
Nicht alle Blätter verrotten gleich schnell.
Weicheres Laub von vielen Obst- und Laubbäumen lässt sich meist vergleichsweise unkompliziert kompostieren. Andere Blattarten besitzen eine festere Struktur oder enthalten größere Mengen an Gerbstoffen und benötigen entsprechend länger.
Langsam verrottendes Laub musst Du deshalb nicht automatisch entsorgen. Zerkleinern, eine gute Mischung verschiedener Materialien und ausreichend Zeit können die Kompostierung erleichtern.
Bei auffällig krankem oder stark von Krankheitserregern befallenem Pflanzenmaterial solltest Du dagegen prüfen, ob eine Kompostierung in Deinem eigenen Garten sinnvoll ist. Je nach Erkrankung können Erreger im normalen Gartenkompost möglicherweise nicht zuverlässig unschädlich gemacht werden.
Wohin mit Walnuss- und Eichenlaub?
Bei Eichenlaub und Walnusslaub wird häufig von einer Kompostierung abgeraten. Ganz so einfach ist es jedoch nicht.
Diese Blätter enthalten vergleichsweise viele Gerbstoffe und verrotten langsamer als viele andere Laubarten. Du kannst sie grundsätzlich kompostieren, solltest aber mehr Zeit einplanen.
Hilfreich ist es, die Blätter vorher zu zerkleinern und mit anderem organischem Material zu mischen. Bei größeren Mengen kann auch eine separate Kompostierung sinnvoll sein.
Laub auf dem Rasen: Warum solltest Du es entfernen?
Während eine Laubschicht unter Bäumen und Sträuchern durchaus erwünscht sein kann, sieht es auf Deinem Rasen anders aus.
Eine dicke Schicht Herbstlaub reduziert den Lichteinfall und behindert den Luftaustausch. Bleibt sie über längere Zeit liegen, können die Gräser darunter leiden.
Deshalb solltest Du Deinen Rasen im Herbst regelmäßig von größeren Laubmengen befreien.
Praktisch ist, dass Du das gesammelte Material anschließend direkt weiterverwenden kannst: vom Rasen auf den Kompost, unter die Hecke oder als Winterschutz ins Beet.
Laub von Wegen und Terrassen entfernen
Auch auf Gartenwegen, Treppen und Terrassen solltest Du Laub regelmäßig entfernen. Feuchte Blätter können eine rutschige Schicht bilden.
Das gilt insbesondere für häufig genutzte Bereiche rund um Dein Haus und Deinen Garten.
Das zusammengefegte Laub muss trotzdem nicht im Abfall landen. Sofern es nicht mit problematischen Stoffen verunreinigt ist, kannst Du es je nach Beschaffenheit für eine der genannten Methoden nutzen.
Laub clever kombinieren: So entsteht ein natürlicher Gartenkreislauf
Am sinnvollsten ist häufig nicht eine einzelne Methode, sondern eine Kombination.
Ein Teil Deines Herbstlaubs wandert auf den Kompost. Einen weiteren Teil verteilst Du unter Hecken und Sträuchern als Mulch. Empfindliche Pflanzen erhalten eine schützende Laubschicht und in einer ruhigen Gartenecke bleibt ein kleiner Laub- und Reisighaufen für Tiere bestehen.
Auf diese Weise kannst Du einen großen Teil des anfallenden Herbstlaubs direkt dort weiterverwenden, wo es entstanden ist.
Fazit: Laub ist viel zu wertvoll zum Wegwerfen
Herbstlaub bedeutet nicht nur zusätzliche Gartenarbeit. Richtig eingesetzt ist es ein kostenloser Rohstoff, den Du auf vielfältige Weise in Deinem Garten nutzen kannst.
Laubkompost liefert wertvolles organisches Material zur Bodenverbesserung. Als Mulch schützt Laub den Boden und unterstützt Bodenorganismen. Als Winterschutz kann es empfindliche Pflanzen und Wurzelbereiche vor starken Temperaturschwankungen schützen. Und ein Laub- und Reisighaufen schafft zusätzliche Rückzugsmöglichkeiten für Tiere.
Statt Herbstlaub einfach zu entsorgen, lohnt es sich deshalb, einen Teil in Deinem eigenen Gartenkreislauf zu behalten. So wird aus vermeintlichem Gartenabfall ein vielseitiges Naturmaterial.